Zum Thema Ganztagsschulen...!

Als im Jahr 2001 die Pisastudie zeigte, dass die Schüler in Deutschland im internationalen Vergleich in den schulischen Leistungen nicht so gut abschnitten, musste man sich etwas überlegen. Bildung ist in Deutschland allerdings Ländersache, gleichzeitig sollen aber alle Schüler gleich gut sein und gleich viel wissen. Neben Österreich ist Deutschland das letzte Land, die das System einer Halbtagsschule vertritt.
Also hat man sich überlegt, dass man den Bundesländern Geld zur Verfügung stellt, das zur Verbesserung der Schulen in den Bundesländern genutzt werden soll. Geplant wird daher für die Zukunft eine neue Form von Schule. Hierbei handelt es sich um eine Ganztagsschule, die den Unterricht bis in den Nachmittag splittet. Allerdings sollen die Kinder genügend Freizeit haben und durch selbstständiges Arbeiten, zum Beispiel in Gruppen, besser lernen können. Auch sollen die Lehrer, wenn sie meinen, dass ein Schüler Probleme hat, ihm besser helfen können. So zum Beispiel durch Lerngruppen oder Nachhilfeunterricht. Genannt wird das dann „individuelle Förderung“.
Der Geldbetrag liegt bei 4 Mrd. Euro, der seit 2003 bis ins Jahr 2007 auf alle sechzehn Bundesländer verteilt wird. Geteilt wurde der Betrag aber nicht einfach durch sechzehn, sondern die Höhe des Geldbetrages, die ein einzelnes Bundesland erhält, ist abhängig von der Schülerzahl des Landes. Deshalb erhält das Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten Geld, denn dort gibt es die meisten Schüler. In Berlin dagegen gibt es viel weniger Schüler und deshalb bekommt Berlin auch weniger Geld.
Da das Ministerium für Bildung und Forschung nicht die Aufgabe hat, sich um die Schulangelegenheiten in den Ländern zu kümmern, begleitet es die Bundesländer und unterstützt diese. Damit aber überprüft werden kann, ob das Projekt erfolgreich ist, befragt das Ministerium aus diesem Grund Lehrer, Eltern und Schüler, was bisher erreicht wurde und noch getan werden muss. Um zu überprüfen, ob auch das Geld zu den Schulen kommt, besucht die Ministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn die Schulen.
Bisher sind 11% der Schüler in Ganztagsschulen. Es wird jetzt jede 8. Schule in Deutschland gefördert und es gibt 44.000 Schulen. Bis 2007, wenn das Projekt beendet ist, soll jede 4. Schule gefördert werden.
Es gibt zwei Typen von Ganztagsschulen. Die offene Ganztagsschule, die fast so funktioniert, wie Grundschule mit anschließender Hortbetreuung, das heißt am Vormittag ist Schule, danach folgt das Mittagessen und anschließend wird in Arbeitsgemeinschaften weiter gearbeitet. Die einen sind dann in einer Theater-AG oder auch in einer Mathe-AG.
Die andere Form ist die gebundene Ganztagsschule. Hier teilt sich der Unterricht bis in den Nachmittag auf. Das Wissen kann in Gruppen und Modulen erarbeitet werden. Diese Form der Ganztagsschule wird von der Bundesregierung sehr effizient angesehen.